Das Burnout-Syndrom, als Ausbrennen oder Überbelastung, dürfte den meisten ein Begriff sein. Doch was ist das Boreout-Syndrom?

Beim Boreout sind die Symptome ähnlich wie beim Burnout in der Endphase. Müdigkeit, schlechte Laune, Desinteresse und Leidenschaftslosigkeit, die letztendlich auch zur Depression führen können. Anders, als beim Burnout, sind die Ursachen nicht Stress und Überforderung, sondern Langeweile und Unterforderung.

Menschen, die an Burnout sowie an Boreout erkrankt sind, fehlt es vor allem an Anerkennung. Durch diesen Mangel werden sie unzufrieden, setzen sich oft ihre Messlatte zu hoch oder sie verlieren die Lust an ihren Aufgaben und Langeweile breitet sich aus.

Beide Krankheiten fanden ihren Ursprung am Arbeitsplatz, haben sich aber mittlerweile auf alle Lebensbereiche ausgedehnt. Das Desinteresse oder Verurteilen Anderer für die Erfolge im Beruf oder die nicht beachteten Arbeiten im Haushalt, sind nicht selten die ersten Bausteine eines  Burnout- oder Boreout-Syndroms.

Psychoanalytiker haben festgestellt, dass viele Betroffene der beiden Syndrome offenbar unfähig sind, Schmerz und Trauer zu bewältigen, und sich stattdessen unbewusst in die Arbeit oder die Langeweile stürzen. Überdosen des Stresshormones CRH lösen depressionsähnliche Symptome aus, wie beispielsweise Angst, Appetitlosigkeit und Schlafstörungen.

Wird eine Nervenzelle erregt, setzt sie an den Kontaktstellen zu den benachbarten Zellen Synapsen zur Übertragung von Signalen frei. Der Botenstoff Serotonin ist unter anderem für das Überwinden des synaptischen Spaltes zuständig. Je mehr Rezeptoren auf diese Weise gleichzeitig  verbunden werden, umso stärker ist das Signal und aus einer einfachen Straße  entsteht eine Datenautobahn. Inzwischen weiß man, dass die meisten depressiven Menschen an Serotoninmangel leiden. Dadurch werden nur wenige Datenstraßen gebildet und Autobahnen können meist gar nicht mehr entstehen.

Eine Möglichkeit, um neue Synapsen zu bilden, ist die Prozessarbeit. Bei jeder tiefgehenden Prozessarbeit entsteht eine neue Datenstraße, diese kann durch regelmäßiges Mentaltraining zu einer neuen Datenautobahn werden.

Leider wird in vielen Burnout-Therapien die Prozessarbeit oder eine andere Methode zur Bildung neuer Synapsen vergessen. Bereits geheilte Menschen fallen so oft wieder zurück in alte Verhaltensmuster und befinden sich sehr schnell im nächsten Burnout. Da nach einer Erkrankung die Belastbarkeitsgrenze wesentlich niedriger ist, führt dies häufig zum Misslingen von Wiedereingliederungsverfahren am Arbeitsplatz.

Ein erhöhtes Boreout-Risiko haben Menschen mit längeren Arbeitsauszeiten, wie beispielsweise Schauspieler, Künstler, Saisonarbeiter oder ehemalige Burnout-Patienten. Ihnen fehlt häufig die Motivation, eine Aufgabe, ein Erfolgserlebnis oder auch ein Ziel. Nicht selten werden solche Defizite auch mit Suchtverhalten kompensiert.

Wer achtsam mit sich und seinem Umfeld umgeht, gibt sich selbst und anderen immer wieder neue Anerkennung. Dies stärkt die Lebensfreude und die Liebe zwischen allen Menschen und der „Seelische Infarkt“ bleibt aus.