Harmonie und Eintracht sind wunderschöne Zustände, aber leider nicht dauerhaft. Da wir es mit unterschiedlichen Persönlichkeiten zu tun haben, ist Streit normal und reinigend. Wichtig ist nur, dass wir nicht aus Mücken Elefanten machen! Sondern, dass der Streit konstruktiv bleibt und am Ende eine Lösung gefunden wird, bei der beide Partner als Gewinner hervorgehen.Wenn es in einer Partnerschaft keinen Streit, gibt ist das ein Anzeichen dafür, dass entweder kein Interesse mehr aneinander besteht, resigniert wird oder dass einer oder beide Partner sich klein machen und ihre wahren Bedürfnisse unterdrücken. Aus diesem Grund ist es auch in Paarbeziehungen auf Augenhöhe von Zeit zu Zeit wichtig, dass es ein reinigendes Gewitter gibt.Was tun, wenn es hitzig zugeht, die Gemüter aufeinander prallen und die Gefühle aus Dir ausbrechen? Du darfst ausrasten! Auch, wenn Du es eigentlich gar nicht möchtest. Nicht selten kommen im Affekt Dinge auf den Tisch, die bei der Lösung des Streits helfen. Wenn der emotionale  Druck raus ist, lassen sich häufig Probleme sachlich lösen.Das Ganze hat allerdings einen Haken, die Lösung kann nicht in der Erregung gefunden werden. Bei einem Streit wird jede Menge Adrenalin ausgeschüttet und dieses Stresshormon vernebelt unser normales Denkhirn. In dieser Zeit ist es wichtig dem Partner aus dem Weg zu gehen. Den Raum zu verlassen und Luft zu holen. Denn in dieser Zeit sind wir nicht in der Lage Lösungen für unsere Probleme zu finden.

In solch einer Phase arbeitet nur noch unser Reptiliengehirn und dieses kennt nur Flucht oder Angriff. Wer in dieser Zeit versucht, positive Ergebnisse zu erzielen, wird das Gegenteil erreichen! Er wird aus einer Mücke einen Elefant machen! Und den Anderen und sich selbst unnötig verletzen! Denn jetzt können wir uns nur angreifen oder flüchten!

Gönn Dir und Deinem Gegenüber jetzt eine Auszeit zur Entwicklung!

Etwa zehn Minuten nach einer Adrenalinausschüttung folgt Cortisol, das für eine erhöhte, länger anhaltende Wachsamkeit auf einem niedrigeren Niveau sorgt. D. h. jetzt befinden wir uns in einer Phase in der wir super wach und super konzentriert sind, in der alles Unwichtige in den Hintergrund tritt. Ganz automatisch entwickeln wir uns in dieser Phase weiter und entwickeln konstruktive Lösungen für unser Problem des Streits.

Wichtig ist, dass wir uns in dieser Zeit von unserem Partner distanzieren und auch ihm die Zeit seiner Entwicklung zugestehen. Dies ist oft schwierig, weil hier die Gefahr droht, in alte Abhängigkeiten zu verfallen. In dieser Distanz fallen wir häufig in unsere kindlichen Verhaltensmuster zurück und wollen gehalten und geliebt werden.

Nun gilt es allerdings die Disharmonie und die Spannung auszuhalten!

Gib Dir jetzt die Liebe, die Du benötigst selbst! Alternativ kannst Du sie auch von Deinen Freunden oder von Tieren holen, aber bleibe jetzt bei Dir und konzentriere Dich nicht auf Deinen Partner.

Dadurch entsteht anschließend neue Tiefe und stärkere Liebe für Eure Partnerschaft. Diese Distanz ist vergleichbar mit der „Werde ich geliebt Spannung“ während der Verliebtheitsphase. Sie ist die gesunde Basis für Eure Partnerschaft auf Augenhöhe.

Anschließend ist die Zeit für ein klärendes Gespräch:

  • Übernimm Deinen Anteil des Streits und entschuldige Dich für Deine Fehler oder Überreaktionen.
  • Äußere Deine Bedürfnisse in ICH-Aussagen und gib Deinem Partner den Raum seine Bedürfnisse mitzuteilen.
  • Achte Deinen Partner und Dich selbst und findet gemeinsam Lösungen für Euer Problem, die gewinnbringend für Euch beide sind.

Missverständnisse werden jetzt aus dem Weg geschafft und neue Momente der Zusammengehörigkeit entstehen und Eure Liebe gewinnt immer mehr Tiefe, denn Ihr habt gemeinsam eine schwierige Zeit gemeistert.