Wer eine Schwäche in eine Stärke verwandeln möchte, hat hierzu zwei Möglichkeiten. Er motiviert sich mit aller Gewalt, das gewünschte Ziel zu erreichen, so ist der Prozess ein ständiger Kampf und sehr anstrengend, mühsam und schwer für sich selbst und auch für sein Umfeld. Mit großer Motivation und enormem Durchhaltevermögen erreicht er sein Ziel und kann es mit dem gleichen Pensum an Motivation auch halten. Wenn seine Kraft dafür nicht mehr ausreichend ist, bricht der Mensch zusammen und dieser Zusammenbruch bringt ihn evtl. wieder zurück zum Anfang und das ganze Spiel geht wieder von vorne los.

Die zweite Möglichkeit ist, dass wir uns dem Schmerz mit einem offenen und vertrauensvollen Herzen hingeben. Dabei den Tränen und unserer Hilflosigkeit freien Lauf lassen, die Hilfe, die wir von Freunden, Partnern und lieben Menschen an unserer Seite dankend annehmen, und uns dem tiefen Prozess hingeben. Denn nur, wer sich erlaubt, klein und hilflos zu sein, wird anschließend in der Lage sein, zu wachsen.

Hilfreich für das Durchleben eines schmerzvollen Prozesses ist, das Gespräch mit Anderen, Prozessarbeit, Meditation oder spirituelle, philosophische Gedanken.

Irgendwann kommen wir dann an einen Punkt, indem AHA-Erlebnisse in unserem Inneren entstehen. Wir sehen unser inneres Licht und ein neuer Lösungsweg zeigt sich auf. Das ist das Ende des Leidens und der Wandel von Schwäche zu Grösse geschehen kann.

Es fehlt aber noch ein entscheidender Schritt. Denn, wenn wir jetzt mit unseren neuen Ansichten gleich auf die Menschen zu gehen, die uns im Vorfeld unterstützt haben, um ihnen zu zeigen, dass wir es geschafft haben, das Tal der Tränen zu verlassen, machen wir dies nur aus einem Grund: Um ihnen zu gefallen. Wer seinem Gegenüber aus dieser Motivation heraus seine neue Ausrichtung mitteilt, macht unter Umständen seine Beziehungen schwer und anstrengend. Da das neue Konzept an diesem Punkt noch nicht wirklich im System verankert ist, ist es nicht authentisch und bewirkt das Gegenteil.

Besser ist es, wenn wir unseren neu gefundenen Schatz zuerst einmal für uns behalten. Unsere Gedanken für uns selbst aufschreiben und diese immer wieder durchlesen und mit diesen arbeiten, denn so verinnerlichen wir das neue Gut, dass jeden Moment grösser wird. Wer es schafft, die Spannung und die Angst der Ablehnung des Anderen zu halten, wird positiv belohnt werden. Denn er übernimmt dadurch die Verantwortung für sich selbst und wird interessanter für sein Umfeld.

Hilfe, Unterstützung, Denkanstösse und neue Sichtweisen von Außen sind für jeden von uns wichtig, denn sonst drehen wir uns im Kreis und kommen nie aus der Falle heraus. Wer sich nicht erlaubt, Hilfe von Außen anzunehmen und sich klein zu zeigen, der verrennt sich im eigenen Dilemma. Denn, wer nicht bereit ist sich klein zu zeigen kann auch nicht in seine wahre Grösse wachsen. Der letzte Schritt eines Prozesses muss immer aus einem Selbst kommen, da sonst die Gefahr der Abhängigkeit besteht und der Helfende das Gefühl hat, dass er für den Menschen verantwortlich ist. Dadurch wird es für den Helfenden schwer, denn eine solche Hürde kann kein Mensch tragen.

Grösse, die uns nicht erlaubt, klein zu sein, ist keine wahre Grösse. Sie ist nur eine Pseudogrösse, ein Schutz, der das wirkliche Wachstum der Persönlichkeit verhindert und wenn an diesem aufgesetzten Schutzmuster gekratzt wird, bricht es in sich zusammen. Haben Sie den Mut und verwandeln Sie Ihre Schwächen in Stärken, damit Sie stark von innen heraus sind. Die innere Stärke zeigt sich dann in Gelassenheit, Ruhe und Frieden in Ihrem Leben. Ein Weg, der viel Courage erfordert, der sich aber langfristig mit Sicherheit auszahlen wird!!!!